15. Mai 2019/Jennifer

Buzzwordalarm: Agiles Arbeiten.

Und wieso wir's tun, wie wir's tun.

Mittlerweile geht fast kein Weg mehr dran vorbei an diesem agilen Arbeiten. Es scheint DAS Ding zu sein, denn jedes zweite Unternehmen in Deutschland setzt auf agile Softwareentwicklung. Ganz vorne dabei: Scrum.

Kurzer Exkurs: Scrum ist ein Framework für agiles Arbeiten. Eine Methode, mit der Projekte geleitet, organisiert und entwickelt werden. Das Besondere: die Teams sind interdisziplinär besetzt und organisieren sich und ihre Aufgaben völlig eigenständig. Außerdem werden Projekte lediglich für die nächsten Wochen durchgeplant. Danach muss ein Teilergebnis vorliegen, mit dem im Anschluss weitergearbeitet wird.

Agil ist nicht gleich Scrum.

Nach intensiver Betrachtung und Reflexion unserer ganz eigenen Vorgehensweise wurde schnell klar, wir arbeiten schon längst agil. Das ein oder andere könnte aber noch besser laufen....

Ganz konkret heißt das, wir hatten zwar Sprintteams, Dailies und Evaluationen – aber agierten trotzdem nicht vollständig nach dem Scrum-Prinzip. Wir waren davon überzeugt, dass insbesondere die vielen Meetings zu viel Zeit fressen, wollten diese lieber in Projekte investieren. (Spoiler: Wir haben uns geirrt!) Das Ergebnis: Die Tickets wurden in der Sprintplanung nicht detailliert genug geschätzt oder Teammitglieder zwischendurch aus den Sprintteams wegen anderer Kleinigkeiten abgezogen. So wurden Sprints mittendrin einfach verlängert oder bereits im Vorfeld viel zu lang eingeplant. Evaluationen fanden meist erst nach Abschluss eines Projekts statt.

WertVOLLe Zeitfresser.

Irgendwann haben wir erkannt, dass manches in seiner Kombination doch wirklich Sinn macht. So wie die Meetingzeit und agiles Arbeiten. Pommes ohne Mayo ist ja auch nur halb so lecker. #isso

So sind neben einer genauen Sprintplanung die Retrospektiven, also die Evaluationen nach den einzelnen Sprints, für uns besonders wichtig geworden. Wir reflektieren die Zusammenarbeit während des Sprints: was ist gut gelaufen, was kann besser werden? Wie war die Kommunikation? Können die Arbeitsabläufe optimiert werden? Nur so können mögliche Optimierungen bereits im folgenden Sprint angewendet werden und wertVOLLe Infos gehen nicht unter. Auch Daily Scrums, Reviews und Retrospektiven sind fest in unseren Alltag integriert. Sie sind für alle Teams identisch, auch die Sprintzyklen sind einheitlich. Sprints einfach verlängern? Gibt’s nicht mehr! Wir halten uns genau an die Zyklen. Dadurch können Teammitglieder, wenn nötig, nahtlos in andere Sprints und Teams wechseln. Heißt aber auch, dass das Team völlig eigenverantwortlich agiert. Egal ob Urlaub oder Krankheit, Ausfälle müssen kompensiert werden. Wie das passiert? Das entscheiden wir mittlerweile selbst, denn die Koordination der Tickets ist Teamsache. Das stärkt nicht nur die Identifikation mit Team und Projekt, sondern fördert noch stärker das eigenständige Arbeiten.

Spontan gibt's nicht. Gibt's doch!

Ein Problem blieb jedoch: obwohl wir ganz Bilderbuchlike agil arbeiten, waren wir zu starr um auf spontan auftretende Probleme zu reagieren. Als Dienstleister möchten wir unseren Kunden schnell helfen und auch kleinere Projekte zeitnah umsetzen. Dafür mussten aber immer wieder Mitarbeiter aus den Sprintteams herausgezogen werden – Probleme waren vorprogrammiert. Und genau deshalb haben wir hier unser eigenes Ding gemacht: Wir stellten kurzerhand ein Serviceteam zusammen. Dieses kümmert sich um kurzfristige, spontane Probleme. So können wir unabhängig auch auf alles “Nicht-planbare” reagieren, ohne andere Sprints zu beeinträchtigen oder zu unterbrechen. Dieses Vorgehen ist zwar nicht Scrum-konform, für uns aber die beste Lösung um agil zu bleiben. Und zwar ausnahmslos.