Kurz notiert

ReMarkable – ein Weg aus der Zettelwirtschaft!

20. April 20184 Minuten

Ein Blick auf meinem Schreibtisch verrät: Ich bin eventuell nicht der ordentlichste Typ… mehrere Kaffeetassen, zwei bis drei Telefone, Schlüssel, Portemonnaie, Teller, Wasserflasche. Ach ja… und gut 30 Notizzettel, die nach einem ganz besonderen Schema chronologisch und nach Priorität abgelegt sind. Und genau hier sind wir auch schon beim Thema dieses Beitrags: Wie komme ich von dieser nervigen Zettelwirtschaft weg? Die Tasse ist schnell in den Geschirrspüler geräumt, Telefone auf die Ladestationen, Handy, Schlüssel und Portemonnaie in die Tasche – alles halb so wild. Aber die Zettel bleiben – zumindest bis mal einer das Fester öffnet oder die übermotivierte Reinigungskraft die komplette Struktur zu Nichte macht. Hinzu kommt natürlich, dass man als zukunftsorientierte Digitalagentur beim Kunden mit Block und Zettel einfach nicht den passenden Eindruck hinterlässt.

Auf die Notizen bin ich als Projektleiter angewiesen. Hier gilt ja tatsächlich der bescheuerte Spruch „wer schreibt, der bleibt“. Alternativen zum Block gibt es natürlich einige, aber was ist wie komfortabel, wie praktikabel und wie verlässlich? Notizen direkt am Laptop sind, sofern erst einmal eingegeben, natürlich am besten aufgehoben. Aber während eines Telefonates, einem Meeting oder einer Präsentation ist dies leider meistens eher hinderlich. Zumal man auch oft mal mit schnellen Skizzen visualisieren möchte oder auch einfach schnell etwas schematisches scribbeln muss. Daher sollte ein weiteres Device her…

Nach kurzer Recherche stand relativ schnell fest, dass es das ReMarkable wird. Im Grunde deckt es genau die Anforderungen ab, die ich habe. Ein sehr gutes, haptisches Schreibgefühl, schnelle Reaktionszeiten beim Schreiben, die Notizen immer geordnet dabei (und in der eigenen Cloud zusätzlich gesichert) und der Schreibtisch ist auf einmal leer. Nachdem das Gerät jetzt ein paar Wochen im Einsatz ist, gibt es jedoch auch einiges zu bemängeln. Des öfteren ist das Teil schon abgestürzt und musste neugestartet werden, der Akku hält leider nur 2 bis 3 Tage (hätte mir bei der E-Ink-Technologie viel mehr erhofft) und die Software ist nicht wirklich ausgereift. Teilweise wirken Striche sichtlich verpixelt, obwohl das Display mehr leisten kann, außerdem wirken die Materialien und die Verarbeitung wenig hochwertig.

Für meinen Arbeitsalltag kann ich mir das Teil tatsächlich nicht mehr wegdenken. Die Ordnerstruktur ermöglicht eine fantastische Ablage und strukturiert somit die Notizen annähernd perfekt – für mich persönlich große Klasse. Absolut positiv sind zudem die Maße und das Gewicht. Der Fokus liegt wirklich komplett auf das Schreiben und eignet sich auch hervorragend für erste Wireframes, Zeichnungen etc., welche auch als PNG oder PDF exportiert werden können. Alternativ hat man die Daten aber auch direkt in der erwähnten eigenen Cloud (ebenfalls leider etwas verbuggt). Ob man für so einen Notizblock aber 500,- € zahlen will ist fraglich. Ich kann mir gut vorstellen, dass Amazon oder wer auch immer eine Art Kindle mit Stift entwickelt, bei dem die Kosten bei einem Drittel liegen. Der Preis für den ReMarkable ist jedenfalls aufgrund der Schwächen meiner Meinung zu hoch angesetzt.