Individualsoftware

Luxus oder zeitgemäß? Wie eine Individualsoftware euer Alleinstellungsmerkmal sein kann, euch zu schnellem Wachstum verhilft und wieso sie trotzdem günstiger ist als andere Lösungen.

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Was versteht man unter Individualsoftware?

89 % der Deutschen nutzen das Internet jeden oder fast jeden Tag. 

Um im Wettbewerb bestehen zu können, braucht ihr also dringend ein Alleinstellungsmerkmal. 

Schnelles Wachstum, geringere Kosten und größere Flexibilität für zukünftige Anpassungen sind die Schlagworte, die für euch zentral werden. 

Gerade in der Corona-Pandemie hat sich gezeigt: Wer sich schnell anpassen kann, hat Bestand. Flexible Änderungen sind also unerlässlich für euch, um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.

Doch wodurch könnt ihr eine solche Flexibilität erlangen? Wie könnt ihr eure Prozesse schneller und besser optimieren? Wie könnt ihr eure technischen Prozesse schnell und präzise an euer Geschäftsmodell anpassen?

Die beste Lösung, um eure Ziele zu erreichen, ist eine individuelle Software-Lösung.

Doch was genau ist eine Individualsoftware? 

Eine Individualsoftware wird definiert als eine Software-Lösung, die speziell für eine:n bestimmte:n Anwender:in angefertigt wurde.

Sie  kann entweder von den hauseigenen Entwickler:innen, einer externen Agentur oder Freelancer:innen entwickelt werden. 

Im Gegensatz dazu steht die Standardsoftware. Von ihr spricht man bei Software-Lösungen, die, meistens als Lizenzmodell, von mehreren Anwender:innen erstanden werden können. Diese beinhalten standardisierte Prozesse, sind also deutlich unflexibler als individuelle Softwares. 

Doch auch Standard-Lösungen können bis zu einem gewissen Grad individualisiert werden. Dazu kommen wir aber später. 

Individualsoftware vs. Standardsoftware

Vielleicht überlegt ihr aktuell, für welche der Lösungen ihr entscheiden sollt. Oder benötigt ihr weitere Informationen, um eure Projekte zu planen? 

Hier wollen wir euch die drei gängigen Ansätze in Bezug auf Individual- und Standardsoftware zeigen. 

Diese Ansätze sind 

  1. Baukasten-Systeme (Standardsoftware)

  2. Open Source-Standardsoftware (erweiterbare Standardsoftware)

  3. Individual-Entwicklung (Individualsoftware)

Baukasten-Systeme 

Baukästen, also Standardsoftware, sind sehr beliebt für Websites und Webshops. Mit einem Baukasten-System kann man sich auch ohne Entwickler-Know-how einfach und unkompliziert, ohne eigene Programmierkenntnisse, eine eigene Seite oder einen Webshop zusammenstellen. 

Beispiele für Baukasten-Systeme

  • Jimbo 

  • Wix

  • Shopify

  • Webflow

Vorteile Baukasten-Systeme

  • Gut, um schnell ohne technisches Wissen oder Dienstleister zu starten 

  • Häufig anfangs sehr geringer Zeitaufwand (Einrichtung und Pflege) 

  • Häufig verschiedene Layouts/Farbgebungen zur Auswahl 

  • Gute Usability für Endbenutzer

  • In der Regel kurzfristig nur geringe Kosten

Nachteile Baukasten-Systeme

  • Baukästen sind immer auf einen Zweck ausgelegt (Shop oder Website) 

  • Trotz Individualisierung sehen sich viele Ergebnisse sehr ähnlich 

  • Es handelt sich oft um geschlossene Systeme 

  • Sehr große Abhängigkeit vom Anbieter und den angebotenen Funktionen

Fazit Baukasten-Systeme

Falls ihr schnell ein Konzept, einen Klickdummy oder einen Prototypen umsetzen wollt, seid ihr mit einem Baukasten-System gut bedient. 

Die Umsetzung gelingt sehr schnell und eignet sich temporär dafür, wenn ihr schnell etwas haben wollt.

„Web-Visitenkarten“, also Webseiten, die nur sehr wenige Informationen abbilden sollen, ähnlich einer Visitenkarte, können auch dauerhaft mit einem Baukasten-System gepflegt werden. 

Die Gefahr, dass ihr eure Webseite oder euer Onlineshop dem eurer Wettbewerber ähnelt, ist allerdings nicht zu unterschätzen.

Standardsysteme, die Website und Onlineshop-Funktion professionell abbilden, gibt es kaum bis gar nicht. Sobald euer Unternehmen eine gewisse Größe erreicht, stoßen Baukasten-Systeme sehr schnell an ihre Grenzen.

Ihr seid zudem davon abhängig, was und wann der Anbieter neuen Funktionen und Erweiterungen zugänglich macht. Ihr habt Sonderwünsche? Oder benötigt schnell eine kleine Erweiterung, die das Baukasten-System aktuell nicht bietet? Dann lernt ihr sehr schnell die Grenzen dieser Lösung kennen.

Unser Tipp: Bei zusätzlichen Funktionen solltet ihr gegebenenfalls anfallende Kosten im Auge behalten. 

Wichtig ist, dass ihr bei eurer Planung  langfristig denkt: Wie soll euer System in Zukunft aussehen? Welche Funktionen sollen berücksichtigt werden?

Falls ihr aktuell ein Baukasten-System nutzt und in Zukunft einen Relaunch mit neuen Features einplant, solltet ihr in Betracht ziehen, euch von dem Baukasten-System zu lösen. 

Wir empfehlen euch im Zweifel eure Entscheidung gemeinsam nach Rücksprache mit professionellen Berater:innen, zum Beispiel E-Commerce-Expert:innen in einer Agentur, zu treffen. 

Open Source-Standardsoftware

Open Source-Standardsoftware hat den Vorteil, dass man individuelle Anpassungen nach Belieben vornehmen kann. Open Source bedeutet, dass der Quellcode der Seite offen liegt – daher auch die Möglichkeit zur Individualisierung. Hier benötigt ihr allerdings Hilfe von Entwickler:innen.

Beispiele von Open Source-Standardsoftware

  • Shop-Systeme: Shopware, Magento oder Oxid 

  • Content-Management-Systeme: TYPO3, Drupal, Directur oder Grav

  • Alleskönner: WordPress und Processwire

Vorteile Open Source-Standardsoftware

  • Etablierte Lösungen mit erprobtem Funktionsumfang und grundsätzlich beim User bereits gelernter Usability (z.B. einer klassischen Navigation)

  • Die Basis bringt oft schon alles mit, was es für den Start braucht 

  • Bereits im Unternehmen genutzte Software kann durch offene Schnittstellen problemlos angebunden werden

  • Häufig verschiedene Layouts/Farbgebungen zur Auswahl 

  • Gewisser Grad an Individualisierung oft mit wenig Aufwand möglich

Nachteile Open Source-Standardsoftware

  • Immer auf einen bestimmten Zweck ausgelegt (hier: Shop oder Website) 

  • Ergebnisse sehen sich sehr ähnlich, wenn z.B. nur mithilfe sogenannter Themes gearbeitet wird 

  • Abhängigkeit im Falle von Sicherheits-Updates etc. 

  • Immer mehr „Freemium“-Lizenzmodelle, sodass auch Open Source kostenpflichtig werden kann (z.B. Shopware, Statamic) 

  • Ökosysteme/Plugins in Marktplätzen bringen ebenfalls Kosten mit sich 

Fazit Open Source-Standardsoftware

Eine Open Source-Standardsoftware kann bei genau definierten Anforderungen eine gute Basis für eine Lösung sein.

Eure Anforderungen können mittels Drittanbieter-Plugins leicht umgesetzt werden. Auch eine individuelle Weiterentwicklung ist möglich, kann jedoch – je nach Umfang – schnell aufwendig werden. 

Außerdem solltet ihr im Hinterkopf behalten, dass ihr wieder auf eine Art Baukasten zurückgreift, ihr also abhängig von Releases und Updates seid und für Drittanbieter-Plugins oder erweiterte Features auch mal ordentlich in die Tasche greifen müsst. 

Ein weiterer Nachteil ist die Sicherheit – Open Source-Standardsoftware gibt euch nicht die Garantie, dass ihr die perfekte IT-Sicherheit habt. Oft werden diese Lösungen wegen Sicherheitslücken sogar eher kritisiert. In jedem Fall solltet ihr euch passenden Berater:innen suchen, die die Sicherheitsrisiken für euch einschätzen können.

Ob eine Open Source-Standardsoftware für euch die passende Lösung ist, hängt also von euren Anforderungen, eurem bestehenden System und der zukünftigen Entwicklung eures Geschäftsmodells ab.

Wir empfehlen euch, gemeinsam mit einem beratenden Partner zu überlegen, ob die Lösung für euch infrage kommt.

Individual-Entwicklung 

Bei der Individual-Entwicklung greift ihr nicht auf eine fertige Software zurück, sondern eher auf eine Art „Entwickler:innen-Baukasten“. Mittels Frameworks, Komponenten oder Bibliotheken wird so das Bild einer ganzheitlichen Software zusammengesetzt. 

Beispiele 

  • Laravel

  • Node.js

  • Ember.js

  • VueJS

  • TailwindCSS

  • modernste Technologien (Headless, PWAs, Elastic, skalierbares Cloud-Hosting u.a. in AWS und Google Cloud)

Vorteile Individual-Entwicklung

  • Vermeidung unnötiger Abhängigkeiten

  • Kleine bis große Lösungen auf Basis modernster Technologien möglich 

  • Budget kann zielgerichtet investiert werden 

  • Exakt abgestimmter Funktionsumfang und ziel-optimierte Usability 

  • Besondere Anforderungen können berücksichtigt werden 

  • Modernste Technologien gewährleisten die Nachhaltigkeit der Entwicklung 

  • Erhöhte Sicherheit und Performance, größere Flexibilität 

  • Schnittstellen nach Bedarf nutz- und erweiterbar 

  • Software-Architektur nach Maß

Nachteile Individual-Entwicklung

  • Unter Umständen höhere Kosten bei der initialen Umsetzung 

  • Ihr braucht eine:n Entwickler:in für die Wartung und Weiterentwicklung eurer Software

  • Funktionen können nicht per Plugins ergänzt werden (vgl. WordPress), sondern müssen extra programmiert werden, was mehr Zeit kostet als die Installation eines fertigen Plugins

  • Die Vielzahl der Lösungswege ist unendlich; die Auswahl sollte durch Profis erfolgen 

Fazit Individual-Entwicklung

Mit einer individuellen Lösung habt ihr die volle Freiheit bei der Konzeption – ihr könnt die Software genau auf eure Bedürfnisse zuschneiden und wirklich nur die Funktionen einrichten, die ihr benötigt. Ihr tätigt also eine nachhaltige Investition. 

Eure Software kann immer wieder weiterentwickelt und neu auf eure Anforderungen zugeschnitten werden. Außerdem seid ihr völlig unabhängig von der Verfügbarkeit bestimmter Plugins oder Updates.

Dank einer professionellen Software-Entwicklung habt ihr bei einer Individual-Entwicklung Ergebnisse von hoher Qualität. 

Falls ihr nur standardisierte Prozesse in eurer Software abbilden müsst, empfehlen wir euch eher eine Standardsoftware.

Ist Individualsoftware noch zeitgemäß? 

Individualsoftware wird oft als maßgeschneiderte Software bezeichnet. 

Etwa wie ein Maßanzug, der extra für einen speziellen Kunden angefertigt wird. 

Das erweckt häufig den Eindruck, Individualsoftware wäre lediglich ein verzichtbarer Luxus. 

Vor allem bei der Masse an Standardsoftware, die es heute gibt. Ihr fragt euch sicher, ob individuelle Lösungen noch zeitgemäß sind, wenn es doch so viele Alternativen gibt, die schnell einsatzbereit sind. 

Eure Frage ist durchaus berechtigt. Deshalb schauen wir uns nun mal genauer an, ob es wirklich einen maßgeschneiderten Anzug bedarf, wenn es so viele hochwertige Anzüge auf dem Markt gibt.

Bei der Entscheidung  „Individual- oder Standardsoftware?“ sollte immer euer Geschäftsmodell im Mittelpunkt stehen. Als Faustregel gilt: Je größer oder individueller euer Unternehmen, desto eher solltet ihr euch mit Individualsoftware beschäftigen. Dies gilt auch, wenn ihr langfristig planen und bei einem Wachstum in den kommenden Jahren nicht alles umschmeißen möchtet.

Wirklich wichtig ist: Es kann keine Standardsoftware geben, die wirklich auf jedes Unternehmen passt. Viele Unternehmen, die sich für eine Standardsoftware entscheiden, passen aus diesem Grund ihre eigenen Prozesse an die Software an. 

Dies führt dazu, dass Features für viel Geld im Nachhinein gekauft oder die Prozesse zäh und ineffektiv sind, da sie nicht zur Unternehmensstruktur passen.

In einer Umfrage stimmen 71 % der Befragten zu, dass es aufgrund von wachsenden Anforderungen immer wieder individuelle Lösungen geben wird.

Eine individuelle Lösung verschafft euch zudem Wettbewerbsvorteile

Denn, um im Wettbewerb bestehen zu können, braucht ihr strategische Alleinstellungsmerkmale, die eine standardisierte Software aufgrund der Homogenität der abgebildeten Prozesse, nicht bieten kann. 

Konkret heißt das: eine individuelle Software bietet euch höhere Erlöse bei geringeren Kosten, mehr Effizienz (da sie auf eure Bedürfnisse und Prozesse zugeschnitten ist) und mehr Flexibilität (da sie jederzeit angepasst werden kann). 

Vor- und Nachteile Individualsoftware

Hier einmal zusammengefasst die Vor- und Nachteile einer Individualsoftware: 

Vorteile 

  • Skalierbar

  • Nachhaltig

  • Probleme jenseits des Standards verlangen individuelle Lösungen 

  • Alleinstellungsmerkmale bieten Chance am Markt 

  • Wettbewerbsvorteil 

Nachteile 

  • Hoher Initialaufwand 

  • Wartezeit auf Software durch individuelle Entwicklung

Für wen eignet sich eine individuelle Softwarelösung? 

An dieser Stelle zäumen wir das Pferd von hinten auf: 

Generell kann man sagen: Je standardisierter ein Prozess ist, desto eher eignet sich eine Standardsoftware. 

Das heißt konkret: Für die Buchhaltung, Logistik oder Personalverwaltung seid ihr mit einer standardisierten Lösung sehr gut bedient. Da wäre es sogar aus Kosten-Nutzen-Sicht nicht empfehlenswert, eine individuelle Lösung zu bauen, da diese euch keinen Mehrwert bringen würde. 

Dawid Schäfers im Meeting
Falls ihr unsicher seid, ob eine individuelle Lösung zu euch passt, könnt ihr gerne unsere Berater:innen kontaktieren
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Um herauszufinden, ob eine individuelle Softwarelösung für euch passender ist, solltet ihr folgende Schritte beachten:

  1. 1
    Definiert zuerst eure Anforderungen.
  2. 2
    Schaut dann, ob es eine Software gibt, die genau eure Anforderungen abdeckt.
  3. 3
    Lasst euch beraten: Zieht euch eine Agentur oder eure eigenen Entwickler:innen hinzu.

Als weitere Faustregel gilt: Je größer euer Unternehmen, je komplexer eure Prozesse, je mehr Software-Lösungen in eurem Unternehmen per Schnittstelle verknüpft werden müssen, desto eher solltet ihr euch mit Individualsoftware beschäftigen.

Auch für kleinere Unternehmen macht Individualsoftware Sinn, wenn sich euer Geschäftsmodell bereits bewährt hat und bei einem Wachstum in den kommenden Jahren nicht alles aufwändig von einem Baukastensystem hin zu einer Individuallösung entwickelt werden soll. Heißt: Ihr seid zwar ein kleineres Unternehmen, plant aber mit Wachstum langfristig für mehrere Jahre im Voraus? Oder habt komplexe Prozesse oder müsst verschiedene Software-Lösungen im Unternehmen verknüpfen? Dann solltet ihr euch mit einer Agentur austauschen, ob eine Individualsoftware nicht die bessere Wahl ist.

Individualsoftware Entwicklung/Vertrag/Eigentum/Rechte/Lizenz 

Kommen wir zum Kleingedruckten. 

In diesem Abschnitt erfahrt ihr alles über Lizenzen, Eigentum und Rechte an eurer Software. 

Eigentum Individualsoftware

Eine Agentur kann euch dabei helfen, eine Standard-Lösung einzurichten oder anzupassen, also beispielsweise spezielle Plugins für eure Anforderungen programmieren. Die Rechte an der Software liegen hier bei dem Anbieter der Standardsoftware – nicht bei euch und auch nicht bei eurer Agentur. 

Im Zweifel gilt immer das Urheberrecht: Lasst ihr euch eine individuelle Lösung über eine Agentur programmieren, gehört der Code dem Urheber – also der Agentur. 

Ihr habt die Möglichkeit, euch das Nutzungsrecht über einen Vertrag zu sichern. 

Vertrag Individualsoftware

Egal, ob Individual- oder Standardsoftware: Bei einer Zusammenarbeit mit einer Agentur schließt ihr einen Vertrag. 

Neben der Zusammenarbeit wird hier auch meistens die Vereinbarung über Lizenzen getroffen. Schließt ihr einen Rahmenvertrag mit einer Agentur, sind Lizenzkosten dort meistens mit berücksichtigt. 

Entscheidet ihr euch für eine Standardsoftware, solltet ihr bedenken, dass viele Unternehmen für diese Lösungen im Ausland sitzen, was die rechtliche Situation erschwert. 

Lizenzen Individualsoftware

Beachtet, dass gerade bei kleineren Aufträgen die Lizenzen immer extra berechnet werden – außer, ihr schließt einen Rahmenvertrag, dann sind die Lizenzkosten dort enthalten. 

Mit unseren Kunden schließen wir meistens individuelle Rahmenverträge ab. Dort regeln wir dann alles rund um das Thema Lizenzen. 

Individuelle Rahmenverträge bringen auch einen Spielraum mit sich. Wollt ihr zum Beispiel die Rechte für eure Softwarelösung nicht bei euch haben, können wir mit einem geringeren Stundensatz rechnen. Das klingt vielleicht erstmal abschreckend, kann sich in einigen Fällen aber tatsächlich für euch lohnen – wenn ihr ein stark begrenztes Budget habt beispielsweise.

Abhängig vom Produkt haben wir hier also immer eine bestimmte Verhandlungsbasis. 

Quellcode 

Oft fragen sich unsere Kunden: Wem gehört eigentlich der Quellcode bei Individualsoftware? Standardmäßig wird in Rahmenverträgen das Nutzungsrecht des Quellcodes von Kunden angefordert. 

Denkt aber bitte daran: Eine komplette Software von einer anderen Agentur weiterführen zu lassen, ist extrem schwierig. Eine Übernahme ist prinzipiell möglich, erfordert aber eine sehr genaue Dokumentation. 

Überlegt euch also, ob ihr die Lizenzgebühren tatsächlich zahlen wollt, die eine Agentur dementsprechend in ihrem Stundenlohn berücksichtigen muss. Natürlich bindet ihr euch ohne eigene Lizenzen ein Stück weit an die Agentur, allerdings bindet ihr euch genau so an einen Anbieter von Standardsoftware – nur ist eine Agentur flexibler. 

Falls ihr Fragen zum Thema Rechte und Lizenzen habt und wissen möchtet, was eine passende Lösung für euch ist, ruft uns einfach an und lasst euch kostenlos beraten.

Individualsoftware Beispiele 

Damit ihr euch ein genaues Bild von den unterschiedlichen Lösungen machen könnt, zeigen wir euch hier zwei Beispiele aus unserem Agenturalltag. 

Beispiel 1: Kaffeeröster 

Ein Kaffeeröster weitet seine Online-Präsenz aus und hat bereits einen Onlineshop mit Vertriebsnetz. Für den Onlineshop hat er sich für eine Standardsoftware für Onlineshops entschieden – nämlich Shopify. 

Mithilfe einer Suche soll ein:e Nutzer:in nun herausfinden können, welcher Markt in der Nähe die Kaffeespezialitäten anbietet. Die dazu verwendete PLZ-Suche birgt nun aber ein Problem: das Ergebnis der Suche ist nicht zufriedenstellend, da die Suche nur für die Postleitzahl, die eingegeben wird, Ergebnisse ausgibt. Märkte, die also in direkter Nähe sind, aber eine andere Postleitzahl haben, werden nicht in die Suche mit einbezogen. 

Um dieses Problem zu lösen, gibt es mehrere Möglichkeiten:  

Lösung 1: Standardsoftware

Bisher läuft der Shop der Kaffeerösterei auf der Standardsoftware Shopify. 

Ein Ansatz wäre es, innerhalb dieser ein Plugin zu suchen, das das Problem der Suche behebt. Dieses muss dann noch in das bestehende System implementiert werden. 

Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass dieses Plugin weder dem Kunden, noch der Agentur gehört. Es besteht also eine starke Abhängigkeit zum Anbieter der Software. 

Lösung 2: Standardsoftware anpassen

Eine weitere Lösung wäre, dass man das entsprechende Plugin selbst entwickelt. So kann man die Funktion des Plugins selbst bestimmen und genau auf die eigenen Anforderungen anpassen.

Diese Lösung bietet also den Vorteil, dass man sich so einen USP schaffen kann. 

Der Nachteil birgt sich hier darin, dass auch bei dieser Lösung wieder eine Abhängigkeit zu dem Anbieter der Standardsoftware besteht. 

Zusätzlich muss noch bedacht werden, dass dieser Aufwand zum Beispiel nicht gerechtfertigt ist, wenn man einen Relaunch plant und darüber nachdenkt, die Software auszutauschen. 

Lösung 3: Individualsoftware

Die dritte Möglichkeit ist, den Shop von der Standardsoftware loszulösen und eine individuelle Lösung selbst zu entwickeln. 

Diese Lösung bietet sich an, wenn man die Abhängigkeiten zu einem anderen Anbieter lösen möchte und ein System schaffen will, das für die Zukunft flexibler aufgebaut ist. 

Die Entscheidung für eine individuelle Software-Lösung bei einem bereits standardisierten System kann sinnvoll sein, wenn man eine nachhaltige Investition tätigen möchte und ein entsprechendes Budget einplant. 

Fazit

In unserem Beispiel hat sich der Kunde für Lösung 1 entschieden. Grund dafür ist, dass sowieso ein Relaunch des Onlineshops auf einem anderen System für in 1-2 Jahren geplant ist und dies die Variante ist, die somit am zeit- und kostengünstigsten ist. 

Beispiel 2: Native App als Ergänzung 

Eine bestehende App mit redaktionellen Artikeln soll um eine native App mit Push-Notifikationen erweitert werden. 

Lösung 1: Standardsoftware und API 

Es ist möglich, die native App mit dem bestehenden System über eine Schnittstelle zu verbinden. 

An dieser Stelle ist das Budget jedoch nicht nachhaltig investiert. 

Lösung 2: Relaunch 

Eine andere Option ist ein Relaunch. Dabei wird das bestehende Content-Management-System vollständig abgelöst und ein neues, individuelles System entwickelt. 

Fazit

In diesem Fall hat sich der Kunde für Lösung 2 entschieden. Mit einem geringen Zeitaufwand konnte hier sogar eine wertvolle Funktion ergänzend mit eingeplant werden. 

Quick Wins: Wie finde ich die passende Lösung?

  1. 1
    Anforderungen definieren

    Erst die Anforderungen definieren und dann die Software aussuchen.

  2. 2
    Beratung

    Falls nötig, einen IT-Berater zur Seite ziehen, der die Prozesse aufschlüsseln kann. 

  3. 3
    Standards

    Stark standardisierte Prozesse können mit einer Standardsoftware abgebildet werden. Nutzt eine Standardsoftware nur, wenn sie genau eure Anforderungen abdeckt.

  4. 4
    Langfristig denken

    Wie flexibel muss das System sein? 

  5. 5
    USP

    Für einen USP auf individuelle Software setzen. 

  6. 6
    Kosten abwägen

    Bedenkt bei Standard-Lösungen zusätzliche Kosten für Lizenzen und Updates.

Fördermöglichkeiten

Die beiden bekanntesten Fördermöglichkeiten sind go-digital und digital jetzt. 

Falls ihr Interesse habt, mit go-digital oder digital.jetzt bei der Entwicklung eurer Individualsoftware 50 %, bis zu 16.500 Euro oder mehr (in Kombination mit mehreren Förderprogrammen) zu sparen, kommt gerne auf uns zu. 

Für unsere Kunden beantragen wir regelmäßig erfolgreich Förderungen.

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